Der Knoten ist geplatzt! 3:1-Heimsieg gegen Eilenburg

VfB Empor Glauchau feiert verdienten 3:1-Heimsieg gegen den FC Eilenburg
Der erste Dreier ist perfekt! Am achten Spieltag der NOFV-Oberliga Süd hat der VfB Empor Glauchau ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt und den favorisierten FC Eilenburg mit 3:1 (2:1) bezwungen. Vor 148 Zuschauern im Sportpark Meeraner Straße zeigten die Blau-Weißen eine über weite Strecken überzeugende Vorstellung, erspielten sich zahlreiche Torchancen und belohnten sich endlich für ihren Aufwand. Für den neuen Cheftrainer Norman Zschach war es zugleich eine gelungene Heimpremiere. Mit nun sechs Punkten verlässt der VfB Empor erstmals in dieser Saison die Abstiegsränge. Die Ausgangslage vor der Begegnung hätte unterschiedlicher kaum sein können. Während der VfB Empor Glauchau nach sieben Spieltagen weiterhin auf seinen ersten Saisonsieg wartete, reiste mit dem FC Eilenburg der Tabellendritte nach Westsachsen. Die Mannschaft von Trainer Karsten Oswald hatte zuletzt mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht und unter anderem den FC Erzgebirge Aue mit einem 3:2-Erfolg aus dem Sachsenpokal geworfen. Die Favoritenrolle war somit klar verteilt. Doch die Glauchauer hatten sich vorgenommen, dem spielstarken Gegner mit Leidenschaft, Mut und einer geschlossenen Mannschaftsleistung entgegenzutreten.
Und genau das war vom Anpfiff an zu erkennen. Die Gastgeber erwischten einen hervorragenden Start, agierten mutig nach vorne und setzten die Eilenburger Hintermannschaft frühzeitig unter Druck. Anders als in einigen Begegnungen zuvor gelang es den Blau-Weißen, ihre spielerischen Möglichkeiten in gefährliche Offensivaktionen umzumünzen. Die Gäste fanden zunächst kaum Mittel gegen das engagierte Auftreten der Glauchauer, die sich bereits in der Anfangsphase mehrere gute Möglichkeiten erspielten. In der 11. Spielminute wurde der Aufwand schließlich belohnt. Nach einem Eckball kam ein Glauchauer Spieler zunächst zum Kopfball, dessen Versuch jedoch geblockt werden konnte. Der Abpraller landete direkt vor den Füßen von Noah-Fynn Mey, der nicht lange fackelte und den Ball mit einem strammen, platzierten Abschluss zum 1:0 im Eilenburger Tor unterbrachte. Für den jungen Offensivspieler, der im Sommer aus der U19 des FSV Zwickau nach Glauchau gewechselt war, bedeutete der Treffer gleichzeitig sein erstes Tor im Männerbereich. Ein besonderer Moment für den Nachwuchsspieler und ein verdienter Lohn für den starken Beginn seiner Mannschaft.
Auch nach der Führung blieben die Gastgeber die aktivere Mannschaft und drängten auf den zweiten Treffer. Dabei erspielten sich die Blau-Weißen weitere gute Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Besonders knapp wurde es bei einem Abschluss von Hetzsch, der den Ball an die Querlatte setzte. Die Eilenburger hatten in dieser Phase große Schwierigkeiten, die Glauchauer Offensive in den Griff zu bekommen. Ein zweiter Treffer wäre angesichts der Spielanteile und Torchancen durchaus verdient gewesen.
Doch statt des möglichen 2:0 fiel auf der Gegenseite überraschend der Ausgleich. Ein individueller Abspielfehler in der Glauchauer Hintermannschaft eröffnete Eilenburg die erste nennenswerte Torchance, die Nick Poser in der 24. Minute zum 1:1 nutzte. Ein bitterer Rückschlag für den VfB Empor, der bis dahin deutlich mehr vom Spiel gehabt hatte und die Begegnung eigentlich unter Kontrolle hielt. Doch diesmal ließen sich die Glauchauer von einem solchen Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen. Die Mannschaft blieb ihrem eingeschlagenen Weg treu, arbeitete geschlossen gegen den Ball und suchte weiterhin den Weg nach vorne. Dabei zeigte sich zunehmend, dass die Blau-Weißen nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch mit dem favorisierten Gegner mithalten konnten. Kurz vor dem Pausenpfiff wurden die Bemühungen schließlich erneut belohnt. In der 44. Minute unterlief Eilenburgs Schlussmann Niclas Edelmann ein folgenschwerer Fehler, den Luis Werrmann zur erneuten Glauchauer Führung nutzte. Mit dem 2:1 stellte der VfB Empor die Weichen wieder auf Sieg. Gemessen an den Spielanteilen und Torchancen war die Führung der Hausherren zu diesem Zeitpunkt absolut verdient. Für Werrmann war es nach seinem wichtigen Ausgleichstreffer beim SC Freital bereits das zweite Tor innerhalb einer Woche. Mit dem knappen Vorsprung ging es in die Halbzeitpause. Während Eilenburgs Trainer Karsten Oswald mit einem Doppelwechsel versuchte, seiner Mannschaft neue Impulse zu verleihen, galt es für die Glauchauer, die Intensität und Konzentration aus dem ersten Durchgang aufrechtzuerhalten.
Auch nach dem Seitenwechsel knüpften die Gastgeber nahtlos an ihre starke Vorstellung aus den ersten 45 Minuten an. Anstatt sich mit der knappen Führung zurückzuziehen, suchten die Blau-Weißen weiterhin konsequent den Weg nach vorne und erspielten sich erneut hochkarätige Möglichkeiten. Sowohl Domenic Knoll als auch der eingewechselte Louis Gaida hatten den dritten Glauchauer Treffer auf dem Fuß, scheiterten jedoch am hervorragend aufgelegten Eilenburger Schlussmann Niclas Edelmann. Der Gästekeeper, dem vor der Pause noch der entscheidende Fehler beim zweiten Glauchauer Treffer unterlaufen war, zeigte nun mehrfach seine Klasse und bewahrte seine Mannschaft mit starken Paraden vor einem höheren Rückstand. Ohne seine Glanzleistungen hätte die Begegnung bereits deutlich früher entschieden sein können.
Eilenburg versuchte seinerseits, mehr Kontrolle über das Spiel zu gewinnen und den erneuten Ausgleich zu erzwingen. Doch die Glauchauer Defensive präsentierte sich aufmerksam, gut organisiert und ließ dem Tabellendritten nur wenige Möglichkeiten. Gleichzeitig blieben die Hausherren im Umschaltspiel gefährlich und setzten die Gäste immer wieder unter Druck. In der 55. Minute brachte Norman Zschach mit Bryan Drechsel für Tommy Barth frische Kräfte. Weitere Wechsel folgten in der 66. Minute, als Dario Tomoski und Louis Gaida für Philipp Sovago und Domenic Knoll in die Partie kamen. Wenige Minuten später ersetzte Marius Bernhardt den Torschützen Luis Werrmann. In der 74. Spielminute schwächten sich die Gäste schließlich selbst. Michael Schlicht sah die Rote Karte und musste vorzeitig vom Platz. In Überzahl boten sich den Glauchauern nun zusätzliche Räume, doch die endgültige Entscheidung ließ zunächst weiter auf sich warten. Dabei hatte sich der VfB Empor bereits vor dem Platzverweis ein deutliches Chancenplus erarbeitet und den favorisierten Gegner immer wieder vor Probleme gestellt. In der 88. Spielminute war es schließlich so weit. Nach einer Flanke in den Eilenburger Strafraum war Tom Ronny Fischer zur Stelle und verwertete die Hereingabe zum viel umjubelten 3:1. Der Treffer sorgte für die endgültige Entscheidung und ließ die Glauchauer Anhänger noch einmal jubeln. Spätestens jetzt war klar, dass die drei Punkte im Sportpark Meeraner Straße bleiben würden. Nach dem Schlusspfiff war die Erleichterung auf Glauchauer Seite entsprechend groß. Nach einem schwierigen Saisonstart, mehreren engen Begegnungen und zahlreichen Rückschlägen hatte sich die Mannschaft endlich für ihren Einsatz belohnt. Dabei war es keineswegs ein glücklicher Erfolg gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner, sondern das Ergebnis einer über weite Strecken überzeugenden Vorstellung.
Bemerkenswert war vor allem die Art und Weise, wie die Blau-Weißen auftraten. Von Beginn an zeigte die Mannschaft den notwendigen Mut, suchte konsequent ihre Möglichkeiten im Offensivspiel und ließ sich auch vom zwischenzeitlichen Ausgleich nicht aus der Ruhe bringen. Gleichzeitig präsentierte sich das Team defensiv stabiler und arbeitete über die gesamte Spielzeit geschlossen gegen den Ball. Einzig die Chancenverwertung und ein überragend aufgelegter Eilenburger Schlussmann verhinderten, dass die Begegnung bereits deutlich früher entschieden war.
Auch für den neuen Cheftrainer Norman Zschach war der Nachmittag ein besonderer. In seinem zweiten Pflichtspiel und zugleich ersten Heimspiel an der Seitenlinie durfte der 37-Jährige seinen ersten Sieg mit dem VfB Empor feiern. Bereits beim 1:1-Unentschieden in Freital hatte die Mannschaft eine positive Entwicklung erkennen lassen. Gegen Eilenburg gelang es nun, den nächsten Schritt zu gehen und sich erstmals mit drei Punkten zu belohnen. Selbst Gästetrainer Karsten Oswald, der zwischen 2022 und 2023 beim VfB Empor Glauchau an der Seitenlinie gestanden hatte, erkannte nach der Begegnung die Überlegenheit seiner ehemaligen Mannschaft an und bezeichnete den Erfolg der Gastgeber als verdient. Mit nun sechs Punkten verbessert sich der VfB Empor Glauchau auf den 13. Tabellenplatz und verlässt erstmals in dieser Saison die Abstiegsränge. Noch wichtiger als der Blick auf die Tabelle dürfte allerdings das gewonnene Selbstvertrauen sein. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie auch gegen einen Gegner aus der Spitzengruppe bestehen kann, wenn Einsatzbereitschaft, Konzentration und spielerische Qualität zusammenkommen.
Der Erfolg gegen Eilenburg kann deshalb ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein. Dennoch bleibt die Mannschaft gefordert, diese Leistung zu bestätigen und in den kommenden Wochen weiter an ihrer Entwicklung zu arbeiten. Denn so wertvoll dieser erste Saisonsieg auch ist: Er kann nur der Anfang sein.
Bereits am kommenden Sonntag, dem 25. Oktober 2026, steht die nächste Herausforderung bevor. Dann gastiert der VfB Empor Glauchau beim FC Einheit Rudolstadt. Anstoß ist um 14:00 Uhr. Dort wollen die Blau-Weißen an die überzeugende Leistung gegen Eilenburg anknüpfen und im Kampf um den Klassenerhalt weitere wichtige Punkte sammeln.
Die Tore: 1:0 Noah-Fynn Mey (11.), 1:1 Nick Poser (24.), 2:1 Luis Werrmann (44.), 3:1 Tom Ronny Fischer (88.).
Zuschauer: 148
Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Michael Schlicht (FC Eilenburg, 74.).


