VfB Empor unterliegt Auerbach – Umstrittener Platzverweis sorgt für Diskussionen

Der VfB Empor Glauchau musste sich am Sonntag dem Tabellenzweiten VfB Auerbach mit 0:2 (0:1) geschlagen geben. Nach einer über weite Strecken schwierigen Partie gegen spielstarke Gäste sorgte vor allem eine umstrittene Rote Karte gegen Tom Fischer für reichlich Gesprächsstoff. Trotz einer Leistungssteigerung in Unterzahl blieb unserer Mannschaft ein Torerfolg verwehrt. Am verdienten Erfolg der Vogtländer gab es jedoch wenig Zweifel. Damit endete auch unsere Serie von zuletzt vier Ligaspielen ohne Niederlage.
Frühe Führungschance bleibt ungenutzt
Dabei hätte die Begegnung für unsere Mannschaft durchaus vielversprechend beginnen können. Bereits in der Anfangsphase bot sich Tom Fischer nach einem Eckball die große Gelegenheit zur Führung. Sein Kopfball wurde jedoch von Auerbachs Yannic Voigt unmittelbar auf der Torlinie geklärt. In der Folge fanden die Gäste zunehmend besser in die Partie und übernahmen die Kontrolle über das Spielgeschehen. Unsere Mannschaft hatte Schwierigkeiten, in die Zweikämpfe zu kommen, agierte bei vielen zweiten Bällen zu spät und konnte nur selten für Entlastung sorgen. Auerbach nutzte diese Phase, um sich ein deutliches Chancenplus zu erarbeiten. Kurz vor dem Seitenwechsel fiel schließlich die Führung für die Vogtländer. Nach einer Hereingabe von Aleksandrs Guzlajevs war Yannic Voigt zur Stelle und köpfte den Ball in der 41. Minute zum 0:1 ins Netz. Mit diesem Rückstand ging es für unsere Mannschaft in die Halbzeitpause.
Auerbach erhöht – Rote Karte sorgt für Unverständnis
Nach dem Seitenwechsel wollte der VfB Empor ein anderes Gesicht zeigen und mit mehr Entschlossenheit in die Zweikämpfe gehen. Doch zunächst blieben die Gäste die spielbestimmende Mannschaft.
In der 60. Minute musste unsere Elf den nächsten Rückschlag hinnehmen. Nach Vorarbeit von Ben Colin Weigel setzte sich erneut Yannic Voigt im Strafraum durch und überwand unseren Schlussmann mit einem Flachschuss aus rund acht Metern zum 0:2. Nur vier Minuten später folgte die wohl meistdiskutierte Szene des Nachmittags. Nach einem Zweikampf zwischen Tom Fischer und Auerbachs Tim Kaiser im Glauchauer Strafraum gerieten beide Spieler aneinander. Was zunächst nach einer Verwarnung aussah, endete nach einer Beratung innerhalb des Schiedsrichtergespanns mit der Roten Karte für unseren Abwehrspieler. Eine Entscheidung, die bei unserer Mannschaft, dem Trainerteam und den Zuschauern für großes Unverständnis sorgte. Insbesondere die Bewertung der Situation und das Zustandekommen des Platzverweises warfen Fragen auf. Auch Cheftrainer Norman Zschach fand nach dem Abpfiff deutliche Worte und bezeichnete die Rote Karte als „völlig übertrieben“. Aus seiner Sicht hätte die Situation mit einer Gelben Karte für beide beteiligten Spieler angemessen geahndet werden können.
Unabhängig davon, wie die Szene abschließend sportrechtlich bewertet wird, steht fest, dass der Platzverweis nicht nur Auswirkungen auf die verbleibende Spielzeit hatte, sondern unsere Mannschaft möglicherweise auch in den kommenden Begegnungen personell schwächen wird.
Trotz Unterzahl zeigt der VfB Empor Moral
Bemerkenswert war die Reaktion unserer Mannschaft auf den Platzverweis. Obwohl fortan nur noch zehn Glauchauer auf dem Platz standen, gelang es dem VfB Empor, die Partie ausgeglichener zu gestalten und die Gäste zunehmend zu beschäftigen. Unsere Elf zeigte nun mehr Entschlossenheit, suchte mutiger den Weg nach vorne und stellte die Auerbacher Defensive phasenweise vor größere Probleme als noch in der ersten Halbzeit. Dass die Gäste nach dem Platzverweis etwas von ihrer Ordnung verloren, bestätigte auch Auerbachs Trainer Tommy Färber nach der Begegnung. Allerdings gelang es unserer Mannschaft nicht mehr, aus dieser Phase Kapital zu schlagen und mit einem Anschlusstreffer noch einmal Spannung in die Partie zu bringen. So blieb es nach 90 Minuten beim 0:2 aus Glauchauer Sicht.
Zschach mit selbstkritischer Analyse
Nach der Begegnung zeigte sich unser Cheftrainer Norman Zschach insbesondere mit dem Auftritt in der ersten Halbzeit unzufrieden. Seine Mannschaft sei schlecht in die Partie gekommen, habe zu wenige Zweikämpfe gewonnen und den Gästen dadurch zu häufig die Initiative überlassen. Auch die erhoffte Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel sei zunächst ausgeblieben. Dass unsere Mannschaft ausgerechnet nach dem Platzverweis mehr Zugriff auf die Begegnung bekam, dürfte dabei eine der Erkenntnisse aus diesem Nachmittag gewesen sein. Bei aller berechtigten Diskussion um den Platzverweis gilt es jedoch auch, die sportliche Leistung des Gegners anzuerkennen. Der VfB Auerbach präsentierte sich über weite Strecken als die spielerisch und kämpferisch bessere Mannschaft, nutzte seine Möglichkeiten konsequent und nahm die drei Punkte am Ende verdient aus Glauchau mit. Die umstrittene Schiedsrichterentscheidung soll und darf dabei nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir an diesem Nachmittag insbesondere in der ersten Halbzeit nicht an unsere zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen konnten. Nach zuletzt vier ungeschlagenen Ligaspielen musste unsere Mannschaft damit erstmals wieder eine Niederlage hinnehmen. Die positiven Entwicklungen der vergangenen Wochen werden dadurch jedoch nicht infrage gestellt. Vielmehr gilt es nun, die richtigen Schlüsse aus der Begegnung zu ziehen, die eigenen Fehler aufzuarbeiten und den Blick wieder nach vorne zu richten.
Bereits am kommenden Sonntag bietet sich beim FC Einheit Wernigerode die Gelegenheit, eine Reaktion zu zeigen und wieder wichtige Punkte in der Oberliga einzufahren.


